Marcel Hug setzte erneut die Messlatte

 

Am 17. Rollstuhlrennen in Steinen realisierte die Elite der Schweizer Rollstuhlfahrer ausgezeichnete Zeiten. Am Start war auch der mehrfache Weltmeister Marcel Hug. Er gewann das Rennen vor Lukas Willimann. Ausgetragen wurden zudem Schweizer Meisterschaften im Nachwuchs.

 
von Erhard Gick
 
17 Rennen, 17 Mal war er dabei. Der Silberhelm ist inzwischen weltbekannt, die Leistungen von Marcel Hug, Neuenkirch, ebenfalls. Der mehrfache Weltrekordhalter und Weltmeister war auch an der 17. Austragung des Steiner Rollstuhlrennens wieder am Start. Bisher war er an allen Rennen vertreten, und es verwunderte nicht, dass sich die Gegner wieder am Spitzenathleten Hug die Zähne ausbissen.
 
Auch wenn schon fast automatisch mit einem Sieg Hugs zu rechnen war, so einfach wurde es ihm dieses Mal nicht gemacht. Lukas Willimann, ebenfalls einer der Top-Athleten der Schweiz, blieb dem Neuenkircher hart an der Hinterachse kleben. «In der letzten Runde konnte ich mich dann absetzen und den Sieg nach Hause fahren», so Marcel Hug. Dies tat er dann allerdings ziemlich deutlich. Der Luzerner ist in der Schweiz und auf der Welt immer noch der Massstab der Rollstuhl-Rennsportler.
 
Hautnah dabei
Die zahlreich aufmarschierten Zuschauer konnten auf dem Steiner Rundkurs Breitenstrasse–Bahnhofstrasse tatsächlich spannende Rennen mitverfolgen. Und vor allem konnten die Topathleten auf ihren heissen, ultramodernen Rollstühlen hautnah bei ihrem Sport verfolgt werden.
 
Steinen kam einmal mehr in den Genuss, in vier Kategorien Landesmeisterschaften für Junioren und Juniorinnen durchzuführen. Diese Schweizer Meisterschaften wurden in den Altersstufen U15, U19 und U23 in der Disziplin Handbikes durchgeführt. «Wir haben diese Meisterschaften als Einzelzeitfahren in Kombination mit einem Strassenrennen durchgeführt. Steinen hat mit dieser Rundstrecke ideale Voraussetzungen für die Schweizer Meisterschaften geboten», sagte Paul Odermatt, Verantwortlicher Koordinator beim Rollstuhlclub Zentralschweiz. In insgesamt neun Kategorien zeigten die Sportlerinnen und Sportler Höchstleistungen.
 
Ein Gratistag für die Sportler
Die Sportler und Sportlerinnen können an diesem Rennen, das durch den VMC Steinen und den Rollstuhlclub Zentralschweiz organisiert wird, jeweils gratis am Anlass teilnehmen. «Das OK verzichtet auf Startgelder, und die Athleten erhalten Getränke und Verpflegung ebenfalls gratis», sagt Beat Burch, OK-Präsident des Rennsportanlasses.
 
Der Reingewinn des Rollstuhlrennens wird auch dieses Jahr wieder zuhanden des Rollstuhlclubs Zentralschweiz abgegeben. Ein namhafter Zustupf trugen dabei die Gebrüder Laimbacher bei, die ein Benefiz-Skirennen durchführten und einen Teil des Reinerlöses dem OK zur Verfügung stellten. Mit dem Betrag werden die Anschaffungen von Sportgeräten mitfinanziert. Dieses Jahr übergab das OK aufgerundete 7000 Franken an den Rollstuhl-Nachwuchs Zentralschweiz. «Insgesamt bin ich mit dem gesamten Anlass sehr zufrieden. Wir haben spannende Rennen gesehen, recht viele Zuschauer, gutes Wetter und eine sehr schöne sportliche Atmosphäre », bilanzierte Beat Burch.